
Junghunde im neuen Zuhause
EntwurmungVergessen Sie nicht, Ihren Hund regelmäßig zu entwurmen. Empfehlenswert sind alle 3 - 4 Monate (vor allem, wenn kleinere Kinder anwesend sind) und wechseln Sie dann alle 3 - 4 Monate das Entwurmungsmittel.
Statt Entwurmung können Sie auch Kotproben beim Tierarzt abgeben, die dieser dann auf möglichen Wurmbefall untersuchen kann. 1 - 2 Mal im Jahr sollten Sie über 3 Tage Kotproben sammeln und diese dann über Ihren Tierarzt in einem parasitologischen Labor auf sonstigen Parasitenbefall untersuchen lassen. Diese Untersuchung gibt Ihnen Sicherheit, dass Ihr Hund frei von Würmern und sonstigen Parasiten ist und schont diesen zugleich vor den ständigen Entwurmungsmitteln, die dann nur noch bei Bedarf eingesetzt werden müssen. Reden Sie darüber mit Ihrem Tierarzt, ein aufgeschlossener Arzt wird sich dieser Beratung gerne stellen.
Impfung
alles zusammen impfen, d.h. SHL-P, Tollwut und Zwingerhusten. Sinnvoll ist eine jährliche Tollwut-Impfung, die Notwendigkeit einer jährlichen Impfung von SHL-P und Zwingerhusten ist umstritten.
Auch hinsichtlich der Impfung besteht die Möglichkeit der Titterbestimmung, die anzeigt, ob noch genügend Antikörper im Blut vorhanden sind. Allerdings ist diese teurer, aber weit weniger belastend für Ihr Tier.
Reinigung der Ohren
Reinigen Sie die Ohren mit Obstessig, Babyöl oder einer milden Seifenlösung oder besser mit einem milden Ohrreiniger vom Tierarzt, zum Beispiel mit Biomol Tropfen oder Epi-Otic Reiniger. Erstere sind milder und daher für den Welpen günstiger. Bei Rötung oder üblem Geruch konsultieren Sie den Tierarzt, um etwa Pilz- oder ähnlichen Befall auszuschließen.
Bewegung
Wichtig für eine optimale Gelenkentwicklung ist außer einer ausgewogenen Ernährung, dass Sie Ihrem jungen Hund nicht zu lange Spaziergänge zumuten. Die Knochen sind dafür noch nicht stabil genug. 5 - 10 Minuten oder 100 - 200m bis zur 12. Woche sind für Ihren Welpen ausreichend. Steigern Sie Ihre Spaziergänge langsam auf max. 30 Minuten bis der Hund 6 Monate alt ist. Für Ihren Hund ist das Spiel mit gleichaltrigen Artgenossen und mit Ihnen viel wichtiger als ein Spaziergang, und vor allem weniger belastend. Eine schöne Landschaft interessiert ihn weit weniger als die Aufmerksamkeit seines neuen "Rudels".
Lassen Sie Ihren jungen Hund nicht länger mit älteren Hunden toben, bevor er 8 Monate alt ist! Lassen Sie Ihren Hund nicht am Fahrrad laufen, bevor er 15 Monate alt ist! Auch zum Joggen sollten Sie ihn erst dann mitnehmen. Ihr Welpe oder Junghund wird zwar mitlaufen, selbst wenn er schon todmüde ist, aber nur aus Angst, Sie zu verlieren, denn er ist bestrebt, seinem Rudel zu folgen. Später macht ihm all das großes Vergnügen, nur denken Sie daran, ein Retriever ist kein Schönwetter - Hund, wenn joggen, dann regelmäßig, denn nicht nur Sie, auch er wird fit und er will diesen Genuß dann auch bei Regen und Schnee.
Treppensteigen
Treppensteigen sollte Ihr Retriever nicht, bevor er nicht mindestens ein dreiviertel Jahr alt ist, am Besten tragen Sie ihn im ersten halben Jahr die Treppenstufen hinab und hinauf. Sollte er Ihnen zu schwer werden, so führen Sie ihn an der kurzen Leine, und zwar so, dass er nicht die Stufen hinunter springen kann; hinauf geht er ebenfalls an der Leine, aber dann sind seine vorderen Gelenke nicht so stark belastet.
Auch wenn Ihr Hund gerne die tollsten Sprünge macht, als Welpe sieht das ja zu niedlich aus, vermeiden Sie dies wo immer möglich, denn seine Gelenke brauchen diese Schonung im ersten Jahr, um Schäden zu vermeiden. Das bedeutet nicht, dass Sie in Panik geraten müssen, nur weil der kleine Wildling einige Sätze über Treppen und Mauern riskiert, aber fordern Sie ihn nicht noch dazu heraus, von sich aus springt er ohnehin noch oft genug.
Besucher
Verschonen Sie Ihren Welpen in den ersten Tagen vor Besucheransturm, auch wenn alle schon neugierig auf Ihren kleinen Hausgenossen sind, denn zuerst soll er Sie und sein künftiges Zuhause kennenlernen, dann erst andere. Sobald er sich eingewöhnt hat, halten Sie ihn nicht in Quarantäne, lassen Sie ihn möglichst vieles in den nächsten Wochen kennenlernen. Je mehr er in den ersten 16 Lebenswochen erfährt, desto sicherer ist er später. Aber: wohl dosiert, nicht alles auf einen Schlag!
aus der Praxis zusammengestellt von Barbara Tussing
(Labrador-Retriever "vom großen Hirschberg")


